Emotional Leadership . Wertschätzend und empathisch

Wir Menschen sind emotionsgesteuert. Immer. Bewusst und unbewusst.

Unser Körpergefühl teilt uns konstant unsere Emotionen mit. Diese nehmen wir je nach Persönlichkeit und emotionaler Intelligenz jedoch unterschiedlich wahr. Die beiden Spitzen bilden Menschen mit hoher Sensibilität und Menschen die ihre Emotionen nur gedämpft wahrnehmen, die verlernt haben, ihre Emotionen zu spüren. Dabei betrifft emotionale Intelligenz sowohl den Umgang mit uns selbst als auch mit anderen Menschen. 

Emotionale Führung kombiniert Leadership mit emotionaler Intelligenz. Für klare, soziale und humanistische Wertschöpfung.

Emotionale Intelligenz beschreibt sowohl das Selbstmanagement und die Selbsterfahrung als auch die Kompetenzen und Fähigkeiten im Kontakt mit unserem Gegenüber. Besonders im beruflichen Kontext herrscht oft noch die Vorstellung, dass Menschen rationale Wesen sind, kopfgesteuert und bewusst entscheidend um Macht und Stärke zu demonstrieren. Emotionen und Intuitionen haben nur wenig Mitspracherecht und werden soweit es geht unterdrückt und als irrational, nicht berechenbar sowie riskant eingestuft. Diesem patriarchalischen Führungsstil steht in unserem gewandelten Wertesystem die emotionale Führung gegenüber.

Die Basis für emotionale Führung bildet das Verständnis für die eigenen Gefühle und der kontrollierte sowie reflektierte Umgang mit ihnen. 

Ist dieser Aspekt gegeben, sind wir in der Lage, uns je nach Gegenüber und Situation ganzheitlich angemessen zu verhalten, emotionale Bedürfnisse zu berücksichtigen und mit Hilfe der Macht der Emotionen effektiv zu führen. 

Denn: unsere positiven oder negativen Gefühle wirken über das limbische System im Gehirn, welches für die Aufnahme subtiler emotionaler Hinweise verantwortlich ist, unmittelbar ansteckend auf unseren Gegenüber und beeinflussen diesen. Die Macht der Emotionen denkt und leitet also unser Handeln und das unserer Mitmenschen wesentlich. 

Akzeptieren wir dies und gehen angemessen mit unseren Gefühlen und gefühlvoll mit anderen Menschen um, bedeutet dies, dass wir und unser Gegenüber:

  • emotionale Bedürfnisse achten
  • emotional positive Reize setzen
  • eigene Emotionen wahrnehmen, verbalisieren und verändern
  • Vertrauen aufbauen und uns verstanden fühlen
  • uns wechselseitig empathisch in unser Gegenüber hinein versetzen und so gemeinsame Ziele und Visionen entwickeln
  • auf individuelle Stärken und Bedürfnisse eingehen und ein positiv geprägtes loyales Verhältnis haben
  • konstruktive Kritik äußern, bei der nach Gründen und Lösungen gesucht wird
  • schwierige Situationen differenzierter wahrnehmen
  • neue Perspektiven und Handlungsspielräume entdecken

Um emotionale Führung in unseren individuellen Führungsstil zu integrieren, müssen wir uns zunächst individuell emotional schulen. Und unsere emotionale Wahrnehmung und Intelligenz gezielt fördern, indem wir:

  • die eigene Selbstwahrnehmung trainieren
  • uns selbst und unsere Gefühle wahrnehmen und verstehen
  • Emotionen zulassen und wahrnehmen sowie ihr Vorhandensein positiv bewerten
  • Emotionen und Handlungen akzeptieren und angemessen mit Ihnen umgehen
  • selbstreflektiert unser persönlichkeitsspezifisches und leistungsspezifisches Verhalten einschätzen und managen
  • die emotionale Wahrnehmungsschärfe trainieren, um konflikt- und feedbackfähig zu sein
  • Gefühle und Beziehungen anderer wahrnehmen, verstehen und akzeptieren

Ist diese Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und den individuellen Emotionen reflektiert umgesetzt und verinnerlicht, profitieren wir in unseren Aufgaben als Führungskräfte davon, unsere emotionale Intelligenz und Intuition in unsere Arbeit einfließen zu lassen.

Dies zeigt sich besonders in diesen Aspekten:

  • Differenziertes und frühes Erkennen von Emotionen, Stimmungen und Reaktionen sowie bewusster Umgang damit
  • Vorausschauendes Erkennen und Lösen von Konflikten
  • Regulierung herausfordernder schematischer Reaktionen
  • Kompetenter Umgang mit Widerständen sowie Erkennen und Auflösen destruktiver Interaktionen und Korrelationen
  • Entwicklung wirksamer Verhaltensweisen für unterschiedliche Situationen
  • Effektive Balance zwischen Empathie und Verbindlichkeit
  • Entwicklung von mehr Achtsamkeit, Weitsicht und Gelassenheit
  • Steigerung der Zufriedenheit und des zielgerichtetes Engagements
  • Verbesserung von Klima, Motivation und Kooperation
  • Verbreitung von Begeisterung und Visionen
  • Erhöhung der Bindung durch bewusstere und differenziertere Beziehungsgestaltung

Dabei ist es elementar, dass emotionale Führung idealerweise nicht als alleiniger Führungsstil verstanden wird, sondern immer in Kombination mit anderen resonanten Führungsstilen angewandt wird.Stets geprägt von Dialog, Respekt und Konstruktivität. Dann ist Führung lebendig und nachhaltig. Führen wir auch emotional, müssen wir immer wieder zwischen kognitiver und emotionaler Intelligenz wechseln und erkennen, wann welche Art von Intelligenz gefordert ist, um je nach Situation adäquat zu agieren und zu reagieren.

Vor allem in Unternehmen und Organisationen ist der gekonnte Umgang mit Emotionen ein elementarer Faktor für Motivation, Effizienz und Erfolg.

Gerade in Krisensituationen kommt es nicht nur auf Führung an, sondern im besonderen Maße auch auf die emotionale Intelligenz um Motivation und Leistungen zu sichern und positive Akzente zu setzen. Emotionen spielen also in unserem Leben, beruflich wie privat, stets eine entscheidende Rolle und müssen im Sinne einer humanistischen und ganzheitlichen Kultur berücksichtigt werden.

Führen wir aus dem Herzen und mit dem Herzen.

© by Elementardialog . Sebastian Arps